Gebührenordnung für Tierärzte – GOT
Tierarztkosten bei Hund und Katze: Was steckt hinter der Rechnung?
Unsere Haustiere bereiten uns täglich viel Freude. Deshalb ist es für Hunde- und Katzenhalter besonders wichtig, dass ihre Vierbeiner gesund bleiben und im Krankheitsfall bestmöglich versorgt werden. Regelmäßige Tierarztbesuche gehören für viele Tierbesitzer zum Alltag – sei es für Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, die Behandlung von Erkrankungen oder nach einem Unfall.
Gerade bei Krankheiten oder Verletzungen sind oft mehrere Untersuchungen und Nachkontrollen erforderlich. Dadurch können sich die Tierarztkosten schnell summieren. Viele Tierhalter fragen sich daher, wie die Kosten für tierärztliche Behandlungen eigentlich berechnet werden.
Die Grundlage für die Abrechnung tierärztlicher Leistungen bildet die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT). Darin sind sämtliche tierärztlichen Leistungen mit festgelegten Gebührensätzen aufgeführt. Je nach Art und Umfang der Behandlung werden die entsprechenden Leistungen berechnet und auf der Rechnung ausgewiesen. So sorgt die GOT für eine einheitliche und nachvollziehbare Berechnung von Tierarztkosten in Deutschland.

Tierarztkosten verstehen: Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) einfach erklärt
Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) bildet die Grundlage für die Berechnung von Tierarztkosten in Deutschland. Sie legt für jede tierärztliche Leistung einen Gebührenrahmen fest, an dem sich Tierärzte bei der Abrechnung orientieren müssen. Die tatsächlichen Kosten können je nach Aufwand, Schwierigkeit und weiteren Faktoren variieren.
Die GOT unterteilt tierärztliche Leistungen in die Bereiche Grundleistungen, besondere Leistungen und Organsysteme. Dazu zählen unter anderem Beratungen, Untersuchungen, Impfungen, Laboruntersuchungen, bildgebende Verfahren sowie Behandlungen einzelner Organsysteme.
Die Gebührenordnung gilt nicht nur für Hunde und Katzen, sondern auch für zahlreiche weitere Tierarten wie Pferde, Rinder, Kaninchen, Vögel, Reptilien und Fische.
Was ist der GOT Satz?
Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) legt den einfachen Gebührensatz als Mindestgebühr fest. Dieser muss grundsätzlich für eine Leistung berechnet werden. Niedrigere Gebühren sind nur in wenigen Ausnahmefällen zulässig, beispielsweise bei der Kastration freilebender Katzen oder bei Leistungen für gemeinnützige Tierschutzorganisationen.
Je nach Aufwand und den Umständen des Einzelfalls können Tierärzte auch den zwei- oder dreifachen GOT-Satz abrechnen. Maßgeblich sind dabei insbesondere die Schwierigkeit der Behandlung, der Zeitaufwand sowie die besonderen Umstände der Leistungserbringung.
Schwierigkeit der Leistungen
Zeitaufwand
Zeitpunkt der Leistungserbringung
Wert des Tieres
Örtliche Verhältnisse
Der vierfache GOT Satz wird nur bei Notfalldiensten in Rechnung gestellt.
Notdienste und Gebührenordnung für Tierärzte
Für Notfalldienste kann der vierfache GOT Satz berechnet werden, mindestens jedoch der zweifache GOT Satz. Hinzu kommt eine pauschale Notdienstgebühr in Höhe von 50 Euro, auf die Umsatzsteuer fällig wird.
In § 2 der Tierärztegebührenordnung ist festgelegt, zu welchen Zeiten die Notdienstgebühr berechnet werden kann:
Abends bzw. nachts: Täglich von 18 Uhr bis 8 Uhr des folgenden Tages
Am Wochenende: Freitag ab 18 Uhr bis zum folgenden Montag 8 Uhr
An gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr
Liegen diese Zeiten in der regulären Sprechstunde des Tierarztes, gilt die Behandlung nicht als Notdienst. Notdienste werden nur außerhalb der üblichen Sprechstunden geleistet.
Beispiel: Tierarztkosten für Kastration einer Katze 2026
Für die Kastration einer Katze können sich die Tierarztkosten auf über 150 Euro belaufen. Das folgende Beispiel berücksichtigt den einfachen GOT Satz. Die vorangestellte Zahl entspricht der laufenden Nummer der Gebührenordnung für Tierärzte von 2022.
(16) Allg. Untersuchung 23,62 Euro
(221) Injektion 11,50 Euro
(310) Injektionsnarkose 23,44 Euro
(601) Ovarektomie 56,48 Euro
Entgelt für angewandte und abgegebene Arzneimittel
Entgelt für Verbrauchsmaterialien (Handschuhe, Abdecktücher, Nahtmaterial, Tupfer, Kanülen, Spritzen usw.)
Zuzüglich Umsatzsteuer
Ein erhöhter Schwierigkeitsgrad, Komplikationen und Kontrolluntersuchungen verursachen weitere Kosten.
Weitere Beispiele für Tierarztkosten nach der Gebührenordnung für Tierärzte
Wie die Beispiele zeigen, sind Tierarztkosten von 150 Euro und mehr selbst bei Routinebehandlungen keine Seltenheit. Bei größeren Operationen, aufwendigen Behandlungen oder chronischen Erkrankungen können die Kosten schnell deutlich höher ausfallen. Die folgenden Beispiele geben einen Überblick über mögliche Richtwerte:
Zahnfleischentzündung: 250 Euro
Zahnfleischentzündung: 250 Euro
Ellenbogengelenkdysplasie OP: 3.000 Euro
Fraktur OP: 3.500 Euro
Fraktur OP: 3.500 Euro
Magendrehung OP: 4.000 Euro
Podcast Leben mit Tieren
Tierärztin Dr. Martina Spatzl setzt sich in ihrer Praxis täglich für die Gesundheit von Hunden und Katzen ein. Im Interview erklärt sie, wie Tierhalter Krankheiten frühzeitig erkennen können und welche Utensilien in einer gut ausgestatteten Erste-Hilfe-Box für Haustiere nicht fehlen sollten.
Hohe Tierarztkosten absichern
Seit der Anpassung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im November 2022 können die Kosten für die Behandlung von Hunden und Katzen deutlich höher ausfallen. Mit einer passenden Tierversicherung lassen sich finanzielle Belastungen reduzieren. Während eine Tier-OP-Versicherung die Kosten für medizinisch notwendige Operationen übernimmt, erstattet eine Tierkrankenversicherung zusätzlich Ausgaben für Untersuchungen, Behandlungen und Medikamente. Bei der HanseMerkur können Sie zwischen beiden Versicherungen wählen und sich so umfassend gegen hohe Tierarztkosten absichern.
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